Ein Unternehmen kann Mitarbeitenden das Laden des Firmen-E-Autos zuhause fair erstatten, wenn es zwei Dinge hat: einen nachweisbar gemessenen Verbrauch aus einem zertifizierten (MID-)Zähler und einen klar festgelegten Preis pro kWh. Den nach Nutzer und Ort aufgeschlüsselten Verbrauch liefert eine Ladestation mit MID-Zähler, der Preis lässt sich aus der tschechischen MPSV-Verordnung zu Reisekosten ableiten (für 2026 beträgt er 7,20 CZK pro kWh) oder aus dem realen Preis des Haushaltsstroms. Die monatliche Abrechnung läuft dann mit der Lohnabrechnung und hält der Prüfung durch Buchhaltung und Finanzamt stand.
Dieser Leitfaden richtet sich an Unternehmen, Fuhrparkmanager und HR. Er behandelt nicht, ob man das Laden zuhause erstatten soll (es lohnt sich fast immer), sondern wie man es als nachweisbaren Prozess umsetzt. Die steuerliche und buchhalterische Ebene ist als allgemeiner Überblick zu verstehen – die konkrete Verbuchung stimmen Sie immer mit einem Steuerberater ab.
Warum das Laden des Firmenwagens zuhause ein zu lösendes Problem ist
Ein Mitarbeitender mit Firmen-E-Auto lädt typischerweise überwiegend zuhause – günstig und nachts. Das Unternehmen muss ihm aber nur die vom Firmenfahrzeug verbrauchte Energie erstatten, nicht die gesamte Haushaltsrechnung. Ohne Messung entsteht Streit: Wie viele kWh gingen ins Auto? Zu welchem Preis? Und hält das einer Prüfung stand?
Schätzungen ("so etwa 200 kWh im Monat") sind buchhalterisch nicht nachweisbar. Ein Screenshot aus der Wallbox-App ohne zertifizierte Messung reicht bei einer größeren Flotte nicht. Die Lösung ist daher die Verbrauchsmessung mit einem eichpflichtigen Messgerät direkt in der Ladestation und ein darauf aufgebauter transparenter Prozess.
Die zentrale Voraussetzung: ein MID-zertifizierter Stromzähler
Damit der gemessene Wert rechtlich relevant ist, muss er aus einem nach MID (Measuring Instruments Directive) zertifizierten Zähler stammen. Genau das ist die Rolle der Station MyBox Plus, die einen eingebauten MID-Energiezähler der Klasse 1 (EN 50470-1, EN 50470-3) besitzt und den Verbrauch je Ladevorgang separat misst.
Warum reicht ein gewöhnlicher Zähler nicht? Die Gründe haben wir im Artikel Warum sich ein zertifizierter Stromzähler lohnt, auch wenn er teurer ist erläutert – kurz gesagt geht es um die Nachweisbarkeit des Werts gegenüber Dritten (Mitarbeitender, Buchhaltung, Finanzamt). Zudem fallen ab dem 1. Januar 2026 Ladestationen, die zur Fakturierung/Abrechnung genutzt werden, in Tschechien unter die eichpflichtigen Messgeräte (stanovená měřidla) nach dem Metrologiegesetz Nr. 505/1990 Slg. und unterliegen einer regelmäßigen Nacheichung (in der Regel alle 4 Jahre); die Frist zur Einreichung des Eichantrags läuft bis zum 31. März 2026. Ohne zertifiziertes Messgerät lässt sich die Erstattung künftig also nicht auf eine feste Grundlage stellen.
MyBox Plus ergänzt dies um einen RFID-Leser (Sie ordnen einem konkreten Mitarbeitenden eine Karte zu) und das Protokoll OCPP 1.6 JSON, sodass Ladevorgang, Nutzer und Verbrauch ins Backend und in die MyBox-App fließen. Damit ist gesichert, wer wann wie viel geladen hat.
So legen Sie den Preis pro kWh fest: Verordnung vs. realer Tarif
Es gibt zwei legitime Ansätze, die gemessenen kWh zu bewerten. Die Wahl beeinflusst sowohl die Höhe der Erstattung als auch den Verwaltungsaufwand.
Bewertungsmethode | Preis pro kWh (2026) | Vorteile | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|---|
MPSV-Reisekostenverordnung (einheitlicher Satz für dienstliches Laden) | 7,20 CZK/kWh (Verordnung 573/2025 Slg.) | Einfach, einheitlich für alle, unabhängig vom Tarif des Mitarbeitenden oder einer PV-Anlage | Pauschalsatz – kann höher oder niedriger als die realen Kosten sein |
Realer Preis des Haushaltsstroms (laut Rechnung / Tarif) | typischerweise ca. 3,50–4,50 CZK/kWh im Niedertarif (NT) | Entspricht den tatsächlichen Kosten des Mitarbeitenden | Erfordert Tarifnachweis und mehr Verwaltung, ändert sich im Zeitverlauf |
Der einheitliche Satz aus der Verordnung wird in der Praxis am häufigsten genutzt, weil das Unternehmen weder individuelle Tarife noch Netzentgelte berücksichtigen muss und auch nicht, ob aus dem Netz oder aus eigener Photovoltaik geladen wurde. Laden Mitarbeitende in einem dynamischen Tarif, lohnt es sich, den Unterschied genau zu verstehen – wie viel eine kWh zu verschiedenen Stunden real kostet, behandeln wir im Artikel Dynamische Tarife für E-Autos: wie viel Sie sparen. Ob das Laden zuhause die Haushaltsrechnung überhaupt erhöht, klärt der Text Steigt der Strompreis wegen des Ladens zuhause.
Hinweis: Die konkrete steuerliche Behandlung der Erstattung (Lohn- vs. Nicht-Lohnkosten, Auswirkung auf den Mitarbeitenden) unterscheidet sich je nach Situation. Lassen Sie die gewählte Methode und den Satz von einem Steuerberater bestätigen.
Monatliche Abrechnung Schritt für Schritt
Ein funktionierender Prozess für einen zuhause geladenen Firmenwagen sieht so aus:
Nutzerzuordnung – der Mitarbeitende hat eine eigene RFID-Karte (oder ein Profil in der App). Jeder Ladevorgang wird ihm zugeordnet.
Messung – der MID-Zähler in der Station erfasst die kWh jedes Ladevorgangs getrennt nach Ort (zuhause / Firma / öffentlich).
Datenexport – am Monatsende erzeugt die Station/das Backend eine Verbrauchsübersicht nach Nutzer und Ort (ein Report für die Fakturierung und die Anbindung an das Buchhaltungssystem über OCPP).
Bewertung – die kWh aus dem Laden zuhause werden mit dem gewählten Preis multipliziert (7,20-CZK-Satz aus der Verordnung oder realer Tarif).
Erstattung – der Betrag wird dem Mitarbeitenden ausgezahlt, typischerweise mit der Lohnabrechnung, mit belegtem Nachweis.
Archivierung – der Report dient als Nachweis bei einer etwaigen Prüfung durch das Finanzamt.
Für Flotten lohnt es sich, dieselbe Logik auf das Laden in der Firma und in der Öffentlichkeit auszuweiten – wie sich die einzelnen Szenarien unterscheiden, fasst Laden für Unternehmen zusammen, und das zentrale Lademanagement sorgt dafür, dass weder Heim- noch Firmenstationen den Anschluss überlasten.
Rechenbeispiel zur Erstattung (ein Mitarbeitender, ein Monat)
Modellfall: ein Mitarbeitender mit E-Auto fährt etwa 1.500 km im Monat und lädt den Großteil der Energie zuhause. Der Fahrzeugverbrauch beträgt ca. 18 kWh/100 km.
Position | Wert |
|---|---|
Gefahrene km pro Monat | 1.500 km |
Fahrzeugverbrauch | 18 kWh / 100 km |
Gesamtverbrauch | 270 kWh |
Davon zuhause (mit MID-Zähler gemessen) | 230 kWh |
Davon Firma + öffentlich (separat behandelt) | 40 kWh |
Preis pro kWh – Methode A: MPSV-Verordnung | 7,20 CZK |
Erstattung an Mitarbeitenden (A) | 230 × 7,20 = 1.656 CZK |
Preis pro kWh – Methode B: realer NT-Tarif | 4,20 CZK |
Erstattung an Mitarbeitenden (B) | 230 × 4,20 = 966 CZK |
Formel: Erstattung = zuhause geladene kWh (MID) × Preis pro kWh
Der Unterschied zwischen den Methoden (hier 690 CZK/Monat) zeigt, warum man die Methode bewusst wählen und konsistent anwenden sollte. Entscheidend ist jedoch, dass die Eingangszahl – 230 kWh – nachweisbar gemessen und nicht geschätzt ist. Das ist der ganze Sinn des MID-Zählers.
Was das für die Stationswahl bedeutet
Wenn Sie Ihre Flotte erst elektrifizieren, wählen Sie für das Laden zuhause und in der Firma eine Station, die Messung und Nutzererfassung nativ beherrscht. Die Unterschiede zwischen der Heimvariante und der Variante mit Stromzähler behandelt MyBox Home vs. Plus; für die Erstattung an Mitarbeitende ist der MID-Zähler in MyBox Plus praktisch ein Muss. So wird aus einer buchhalterisch strittigen Position ein standardisierter, prüfbarer Prozess.
Die Angaben zu Sätzen und Metrologie entsprechen dem Stand Juni 2026; das konkrete steuerliche Setup prüfen Sie mit einem Berater.
Häufig gestellte Fragen
Welchen Preis pro kWh soll man bei der Erstattung des Ladens des Firmenwagens zuhause verwenden?
Am häufigsten wird der einheitliche Satz aus der MPSV-Reisekostenverordnung genutzt, der für 2026 7,20 CZK pro kWh beträgt (Verordnung Nr. 573/2025 Slg.). Alternativ lässt sich der reale Preis des Haushaltsstroms gemäß dem Tarif des Mitarbeitenden erstatten (im Niedertarif typischerweise ca. 3,50–4,50 CZK/kWh), das erfordert jedoch Nachweise und mehr Verwaltung. Methode und Satz mit einem Steuerberater abstimmen.
Warum reichen ein gewöhnlicher Zähler oder ein Screenshot aus der Wallbox-App nicht?
Für eine nachweisbare Abrechnung gegenüber Mitarbeitendem, Buchhaltung und Finanzamt muss der Wert mit einem zertifizierten MID-Zähler gemessen sein. Zudem fallen ab dem 1. Januar 2026 zur Abrechnung genutzte Ladestationen unter die eichpflichtigen Messgeräte nach dem Metrologiegesetz und unterliegen einer regelmäßigen Nacheichung. Eine Schätzung oder ein bloßer Screenshot liefert diese Nachweisbarkeit nicht.
Wie erkennt das Unternehmen, wie viel ein Mitarbeitender zuhause und wie viel anderswo geladen hat?
Eine Station mit MID-Zähler und RFID-Identifikation (z. B. MyBox Plus) erfasst jeden Ladevorgang nach Nutzer und Ort. Am Monatsende erzeugt sie eine Verbrauchsübersicht nach Ort (zuhause / Firma / öffentlich), sodass nur die zuhause im Firmenfahrzeug geladenen kWh erstattet werden.
Braucht eine Heimstation einen MID-Zähler schon für die bloße Erstattung an Mitarbeitende?
Wenn Sie die Erstattung auf eine nachweisbare Grundlage stellen und einer Prüfung standhalten wollen: ja. Ein MID-zertifizierter Zähler macht aus dem gemessenen Verbrauch einen rechtlich relevanten Wert. Die Station MyBox Plus hat einen MID-Zähler der Klasse 1 eingebaut; MyBox Home als rein häusliche Variante zielt nicht primär auf die zertifizierte Messung zur Fakturierung ab.
Wie berechne ich die Höhe der Erstattung an den Mitarbeitenden?
Verwenden Sie die Formel: Erstattung = Anzahl der zuhause geladenen kWh (mit MID-Zähler gemessen) × Preis pro kWh. Beispiel: 230 kWh × 7,20 CZK = 1.656 CZK pro Monat bei Verwendung des Satzes aus der MPSV-Verordnung für 2026.
Autor
Filip Zapletal



