Für die meisten Firmen ist die richtige Wahl eine AC-Wallbox mit 11–22 kW auf jedem regelmäßig genutzten Stellplatz, ergänzt um dynamisches Lastmanagement, RFID-Autorisierung und — an geteilten oder öffentlich zugänglichen Punkten — einen zertifizierten MID-Zähler für die korrekte Abrechnung. Eine DC-Schnellladestation ist nur dort sinnvoll, wo Fahrzeuge kurz stehen und schnell bereit sein müssen. Dieser Ratgeber führt Sie Schritt für Schritt durch die Auswahl der Ladestation für die Firma — vom Betriebstyp über die Anzahl der Punkte und die Leistung bis zum Lieferanten.
Wenn Sie noch überlegen, welche Ladestation Sie für die Firma auswählen sollen, beginnen Sie nicht beim Stationsmodell, sondern bei der Frage, wer wie laden wird. Daraus ergibt sich alles Weitere.
Schritt 1: Bestimmen Sie den Typ des Firmenladens
Firmenladen ist nicht ein einziges Szenario. Die meisten Firmen kombinieren mehrere:
Laden von Mitarbeiter- und Dienstfahrzeugen auf dem Gelände — täglich, während der Arbeitszeit oder über Nacht. Typischerweise eine AC-Wallbox auf einem reservierten Stellplatz.
Flottendepot — Dutzende Fahrzeuge, die abends zurückkommen und morgens ausfahren. Erfordert Lastmanagement, damit der Anschluss nicht überlastet wird.
Laden der Mitarbeiter zu Hause — ein Dienstwagen, der beim Mitarbeiter zu Hause geladen wird, mit automatischer Messung und Grundlage für die Abrechnung.
Besucher und halböffentliche Punkte — ein Parkplatz an der Rezeption, am Geschäft oder am Hotel, wo auch externe Fahrer laden und Autorisierung sowie Rechnungsstellung nötig sind.
Für einen detaillierten Vergleich, was jede Kategorie leistet, lesen Sie unsere Analyse, worin sich Heim-, Firmen- und öffentliche Stationen unterscheiden. Hier gehen wir weiter — zur eigentlichen Auswahl.
Schritt 2: AC oder DC? Bei Firmen entscheidet die Standzeit
Das entscheidende Kriterium ist nicht die „Geschwindigkeit", sondern wie lange die Fahrzeuge bei Ihnen stehen.
AC-Laden (11–22 kW) ist das Rückgrat des Firmenladens. Ein Fahrzeug ist in 4–8 Stunden geladen, was völlig genügt, wenn das Auto während der Arbeitszeit oder über Nacht steht. AC-Stationen sind günstiger, schonender für die Batterie und einfacher zu installieren.
DC-Laden (50–400 kW) ist dort sinnvoll, wo ein Auto in Dutzenden Minuten bereit sein muss — Logistikdepots mit kurzem Umschlag, Carsharing-Fahrzeuge, Taxis, halböffentliche Punkte an der Autobahn. DC ist sowohl in der Anschaffung als auch in der Anschlussleistung teurer.
Den Unterschied zwischen den beiden Stromarten und wann welche zu verwenden ist, behandeln wir im Artikel AC vs. DC-Laden: worin der Unterschied liegt. Die allermeisten Firmen kommen mit AC aus; DC ist nur für spezifische Standorte.
Schritt 3: Wie viele Ladepunkte und welche Leistung
Kaufen Sie nicht einen Punkt pro Auto „zur Sicherheit". Die Fahrzeuge stehen nicht alle gleichzeitig, und dynamisches Lastmanagement ermöglicht es, einen Anschluss auf mehrere Stationen zu verteilen.
Ein praktischer Leitfaden für den Start:
Betriebsgröße | Empfohlene Lösung | Anzahl der Punkte |
|---|---|---|
1–5 Fahrzeuge, Tagbetrieb | AC 11–22 kW pro Stellplatz | 1 Punkt pro 1–2 Fahrzeuge |
5–20 Fahrzeuge, Depot über Nacht | AC 11–22 kW + Lastmanagement | 1 Punkt pro 1–2 Fahrzeuge, geteilter Anschluss |
20+ Fahrzeuge, gemischter Betrieb | AC-Basis + 1–2 DC-Punkte | Verhältnis ~3 Fahrzeuge pro Punkt + DC für schnellen Umschlag |
Halböffentlicher Stellplatz (Besucher) | AC mit MID + RFID/QR | 2–4 Punkte je nach Frequenz |
Wählen Sie die Leistung nach den Fahrzeugen und dem Anschluss. Die vollen 22 kW nutzt nur ein Auto mit dreiphasigem Bordlader; viele Autos laden höchstens mit 11 kW. Wichtiger als das Maximum eines einzelnen Punkts ist, dass die Summe der Stationen die Hauptsicherung nicht überlastet — genau das übernimmt DLM.
Schritt 4: Lastmanagement (DLM) — nicht unterschätzen
Ohne Management müssten Sie den Anschluss verstärken (teuer und oft unmöglich) oder Ausfälle riskieren. Dynamic Load Management (DLM) verteilt die verfügbare Leistung in Echtzeit auf die aktiven Stationen und berücksichtigt die Reserve für das Gebäude. Das Prinzip erklären wir im Artikel dynamisches Lastmanagement (DLM).
Für eine Flotte ist es unverzichtbar: dank DLM laden Sie mehr Fahrzeuge am bestehenden Anschluss, ohne für einen neuen Bezug zu zahlen. Stationen wie die MyBox Profi (2×22 kW) teilen sich mit dem übergeordneten MyBox ARM-Modul die verfügbare Leistung intelligent untereinander auf, sodass Sie an einem Standort bis zu 200 Ladepunkte verbinden können.
Schritt 5: Messung und Abrechnung — wann Sie einen MID-Zähler brauchen
Hier machen Firmen am häufigsten Fehler. Ein zertifizierter (MID-)Zähler ist messtechnisch geeicht, und sein Wert ist rechtlich gültig für die Rechnungsstellung. Sie brauchen ihn, sobald Sie:
den Verbrauch an Dritte weiterberechnen wollen (Mieter, Besucher, andere Kostenstelle),
den Mitarbeitern das Laden in Rechnung stellen oder ihnen umgekehrt das Laden zu Hause erstatten,
einen halböffentlichen Punkt mit Bezahlung betreiben.
Warum sich der höhere Preis lohnt, erläutern wir im Text warum ein zertifizierter Zähler, obwohl er teurer ist. Für Firmen mit Abrechnung ist eine MID-Station wie MyBox Plus die klare Wahl — sie hat den MID-Zähler direkt in der Ausführung für den Firmenbetrieb und eignet sich auch für die Erstattung des Heimladens der Mitarbeiter.
Schritt 6: Autorisierung und Zugang (RFID, QR, Cloud)
Eine Firmenstation soll nicht jedem das Laden erlauben. Eine RFID-Karte oder ein QR-Code stellt sicher, dass nur ein berechtigter Fahrer lädt, und ordnet zugleich den Verbrauch einem bestimmten Nutzer oder einer Kostenstelle zu. Eine Cloud-Plattform (z. B. MyBox Cloud) bietet dann Fernverwaltung, Sitzungshistorie, Berichte und Limits pro Karte. Mehr zur Autorisierung im Artikel über den RFID-Leser.
Schritt 7: Installationsvorbereitung und Gesetzgebung
Prüfen Sie vor der Bestellung den Zustand der Elektroinstallation: die Reserve an der Hauptsicherung, den Abstand zum Verteiler und die Verlegung der Kabel. Details behandelt der Artikel Vorbereitung für die Montage der Ladestation.
Achten Sie auch auf die Gesetzgebung: für Nichtwohngebäude und Parkplätze mit mehr als 20 Stellplätzen gilt seit Januar 2025 die Pflicht, eine Ladeinfrastruktur gemäß § 167 des tschechischen Baugesetzes und der Verordnung Nr. 146/2024 Slg. bereitzustellen (Zusammenfassung in unserem Artikel). Wenn Sie bauen oder sanieren, planen Sie es sofort ins Projekt ein.
Schritt 8: Fördermittel und Amortisation (kurz)
Firmen und Selbstständige können für die Installation einer Ladestation einen Zuschuss in der Größenordnung von zehn- bis niedrigen hunderttausend CZK erhalten (für kleinere Projekte etwa 2.000–6.000 EUR), bei größeren Projekten — über den Modernisierungsfonds oder regionale und kommunale Ausschreibungen — bis zu einem hohen Kostenanteil. Die Programme ändern sich jedoch und die Mittel sind schnell ausgeschöpft, deshalb prüfen Sie vor der Bestellung die aktuellen Ausschreibungen beim Ministerium für Industrie und Handel (MPO), beim Umweltministerium (MŽP) und bei der Nationalen Entwicklungsbank. Die Wirtschaftlichkeit des gesamten Betriebs (Kraftstoffersparnis, Steuervorteile, ESG) behandelt smartes Laden von Firmen-EVs: Kosten und ESG.
Schritt 9: Wie Sie einen Lieferanten auswählen
Bei Firmeninfrastruktur gilt: die Station ist nur ein Teil der Lösung. Fragen Sie nach:
einer Komplettlösung — Planung, Installation, Cloud und Service aus einer Hand,
Standards — Stecker Typ 2 (AC) / CCS2 (DC), Protokoll OCPP für Unabhängigkeit vom Backend,
Skalierbarkeit — der Möglichkeit, später Punkte und Lastmanagement hinzuzufügen,
Support und Garantie von einem tschechischen Hersteller mit verfügbarem Service.
Das vollständige Firmenangebot finden Sie auf der Säule Laden für Firmen, eine Übersicht aller Modelle auf der Seite Ladestationen. Für die detaillierte Flottenvorbereitung empfehlen wir wie Sie eine Firmenflotte auf die Elektrifizierung vorbereiten.
Kurze Zusammenfassung nach Szenario
Ihr Szenario | Empfohlenes Produkt |
|---|---|
Heimladen des Mitarbeiters mit Abrechnung | MyBox Plus (MID) |
Firmengelände, 2 Autos pro Stellplatz, verwaltet | MyBox Profi (2×22 kW) |
Repräsentativer halböffentlicher Stellplatz | MyBox Post (Säule, MID, QR) |
Schneller Umschlag / Depot mit kurzer Standzeit | Alpitronic HYC50 (DC 50 kW) |
Firmenladen lösen Sie richtig, wenn Sie beim Betrieb beginnen, nicht beim Katalog. Bestimmen Sie die Szenarien, berechnen Sie die Punkte mit Reserve für das Lastmanagement, klären Sie Messung und Autorisierung — und das Stationsmodell ergibt sich dann von selbst.
Häufig gestellte Fragen
Welche Ladestation soll ich für die Firma auswählen?
Für die meisten Firmen ist eine AC-Wallbox mit 11–22 kW auf jedem regelmäßig genutzten Stellplatz ideal, mit dynamischem Lastmanagement und RFID-Autorisierung. Wenn Sie den Verbrauch abrechnen oder erstatten wollen, wählen Sie ein Modell mit zertifiziertem MID-Zähler (z. B. MyBox Plus). Eine DC-Schnellladestation ist nur dort sinnvoll, wo Fahrzeuge kurz stehen und schnell bereit sein müssen.
Braucht eine Firma eine AC- oder eine DC-Ladestation?
Die Standzeit entscheidet. Wenn Autos während der Arbeitszeit oder über Nacht stehen, genügt AC 11–22 kW — günstiger, schonender für die Batterie und einfacher zu installieren. DC (50–400 kW) ist nur dort sinnvoll, wo ein schneller Umschlag nötig ist: Logistikdepots, Carsharing, halböffentliche Punkte. Die meisten Firmen kommen mit AC aus.
Wie viele Ladepunkte braucht eine Firma?
Sie brauchen nicht einen Punkt pro Auto. Dank dynamischem Lastmanagement (DLM) lässt sich ein Anschluss auf mehrere Stationen verteilen. Als Richtwert: eine kleine Firma 1 Punkt pro 1–2 Fahrzeuge, eine größere Flotte rund 3 Fahrzeuge pro Punkt plus DC für schnellen Umschlag. Entscheidend ist, dass die Summe der Stationen die Hauptsicherung nicht überlastet.
Wann brauche ich einen zertifizierten (MID-)Zähler?
Immer, wenn Sie den Verbrauch rechtlich gültig abrechnen wollen: an einen Mieter oder eine Kostenstelle weiterberechnen, den Mitarbeitern das Laden in Rechnung stellen oder erstatten, oder einen halböffentlichen Punkt mit Bezahlung betreiben. Ein MID-Zähler ist messtechnisch geeicht, sodass sein Wert als Grundlage für die Rechnungsstellung Bestand hat.
Welche Fördermittel gibt es 2026 für Firmen-Ladestationen?
Firmen und Selbstständige können einen Zuschuss für die Installation einer Ladestation erhalten, bei größeren Projekten über den Modernisierungsfonds oder regionale und kommunale Ausschreibungen mit höherem Kostenanteil. Die Programme ändern sich jedoch und die Mittel sind schnell ausgeschöpft, deshalb prüfen Sie die aktuellen Ausschreibungen vor der Bestellung beim MPO, beim MŽP und bei der Nationalen Entwicklungsbank.
Autor
Filip Zapletal



