Bevor Sie sich ein Elektrofahrzeug anschaffen, werden Sie sich mit dem Thema Laden zu Hause beschäftigen. Und damit nicht nur mit der Auswahl einer Ladestation, sondern auch mit der technischen Vorbereitung für die Installation. Wenn Sie einen Neubau planen, können Sie ihn im Voraus vorbereiten. Aber auch bei einer Installation in einem bestehenden Einfamilienhaus müssen Sie keine grundlegenden Hindernisse bei der Inbetriebnahme einer leistungsstarken Station befürchten.
Sie planen einen Neubau? Planen Sie die Ladestation von Anfang an ein
Der Bau eines neuen Einfamilienhauses ist immer eine große Herausforderung. Sie müssen eine Reihe von Fragen beantworten und Lösungen finden, mit denen Sie viele Jahre zufrieden sein werden. Leider stellen Sie nach der Fertigstellung oft fest, dass Sie einige Dinge anders machen würden. Und das kann auch Fragen der Mobilität betreffen.
Sie können Ihr neues Haus im Voraus auf das Laden von Elektroautos vorbereiten. Sie müssen nicht sofort in eine Ladestation investieren, wenn Sie sie gerade nicht benötigen. Es ist jedoch wichtig, dass die Elektroinstallation vorbereitet ist – die nachträgliche Montage und Inbetriebnahme ist dann eine Sache von wenigen Stunden. Wenden Sie sich mit dieser Anforderung auch an Ihr Planungsbüro.
Vorbereitung der Elektroinstallation für leistungsstarkes Laden
In der Garage oder vor dem Haus sollte ein Dreiphasenkabel an einem separat abgesicherten Stromkreis verfügbar sein. Auch als Besitzer von Elektrofahrzeugen nutzen Sie heute vielleicht keine 22 kW Ladeleistung, in Zukunft wird das aber anders sein. Bereiten Sie die Elektroinstallation daher so vor, dass sie Sie nicht einschränkt – ein Stromkreis für eine leistungsstarke 22 kW Wallbox muss mit einem 3×32 A Leitungsschutzschalter ausgestattet sein, der Hauptschutzschalter sollte bis zu 3×40 A betragen.
Gleichzeitig gilt: je stärker der Anschluss, desto höher die monatlichen Gebühren. Überlegen Sie also gut, welche Leistung Sie in den nächsten Jahren realistisch nutzen werden. Am Anfang reicht möglicherweise eine niedrigere Leistung aus, oder Sie laden noch gar nicht. Bestehen Sie aber unbedingt auf einer Elektroinstallation, bei der eine künftige Erhöhung des Hauptschutzschalterwertes problemlos möglich ist. Dies betrifft beispielsweise Kabellängen, Querschnitte und Kabelverlegung.
Vergessen Sie nicht die Vorbereitung der Datenkabel
Moderne Ladestationen unterstützen die Funktion des dynamischen Lastmanagements oder die Anbindung an PV-Anlagen und SmartHome-Komponenten. Um mit anderen elektronischen Geräten kommunizieren zu können, müssen sie Daten übertragen. Wir empfehlen daher, den Installationsort der MyBox Ladestation mit dem Hauptverteiler über ein mehrpoliges UTP-Kabel zu verbinden. Wir empfehlen außerdem, die Verfügbarkeit einer qualitativ hochwertigen Internetverbindung für die Cloud-Nutzung und Fernverwaltung sicherzustellen.
Wallbox im Bestandsgebäude und Anpassung der Elektroinstallation
Bei Neubauten können Sie sich im Voraus auf leistungsstarkes Laden zu Hause vorbereiten. Was erwartet Sie, wenn Sie einen Ladepunkt in einem bestehenden oder älteren Einfamilienhaus einrichten möchten? Vor der Inbetriebnahme empfehlen wir unbedingt, eine Überprüfung der Elektroinstallation durchzuführen. Beim Laden kommt es nämlich zu einer hohen Belastung der Leitungen. Was die Anpassungen selbst betrifft, hängt es von der gewünschten Leistung ab.
MyBox Ladestationen, ob MyBox Home oder MyBox Profi, können nicht nur an drei Phasen, sondern auch nur an eine Phase angeschlossen werden. Sie erreichen zwar nicht die maximale Ladeleistung, aber die Wallbox erfüllt trotzdem ihren Zweck.
Eigener Stromkreis und Absicherung
Auch bei älteren Gebäuden müssen Sie sicherstellen, dass die Wallbox an einen eigenen Stromkreis mit angemessenem Schutzschalterwert angeschlossen ist. Für Stationen mit einer Leistung von 11 kW/16 A reicht ein 3×20 A Leitungsschutzschalter aus. Wenn Ihr Haushalt also den üblichen Hauptschutzschalterwert von 3×25 A hat, könnte das theoretisch ausreichen. Sie können sich auch eine 22 kW Station anschaffen – mit eingeschränkter Ladeleistung.
Möchten Sie jedoch das volle Potenzial der Station nutzen, also 22 kW, benötigen Sie einen 3×32 A Stromkreis. Damit verbunden ist in der Regel auch die Erhöhung des Hauptschutzschalters auf 3×40 A, auch unter Berücksichtigung der Nutzung weiterer leistungsstarker Verbraucher im Haushalt. Wir empfehlen außerdem, Stationen mit Unterstützung für dynamisches Lastmanagement zu wählen, die eine automatische Leistungsregelung gewährleisten, damit der Schutzschalterwert nie überschritten wird.
Fehlerstromschutzschalter
Gemäß den geltenden Normen muss bei jeder Ladestation ein Fehlerstromschutzschalter installiert sein. Einige Ladestationstypen, wie beispielsweise MyBox Profi, verfügen über einen integrierten Fehlerstromschutzschalter, sodass dieser nicht mehr Teil des Verteilers sein muss. Das Basismodell MyBox Home hingegen hat keinen Fehlerstromschutzschalter, sodass dieser in den Verteiler integriert werden muss.
Erhöhung des Hauptschutzschalters
Für den Antrag auf Erhöhung des Hauptschutzschalterwertes müssen Sie sich an Ihren Netzbetreiber wenden. Dieser prüft, ob die Erhöhung und der damit verbundene Stationsanschluss technisch möglich ist. Wenn ja, sendet er Ihnen einen Vertragsentwurf und beziffert die Gebühr für die Erhöhung.
Anschließend müssen Sie den Entnahmepunkt vorbereiten – den Schutzschalterwert erhöhen und einen Prüfbericht erstellen lassen. Im letzten Schritt beantragen Sie bei Ihrem Stromlieferanten die Aktualisierung des Vertrags mit dem neuen Hauptschutzschalterwert.
Änderung des Verteilungstarifs
Sie können die Betriebskosten einer Heim-Ladestation durch eine Änderung des Verteilungstarifs auf D27d senken, der für Privathaushalte bestimmt ist. Wir empfehlen jedoch, zu berechnen, ob sich diese Änderung auch unter Berücksichtigung des Betriebs anderer Verbraucher, die den Niedrigtarif nutzen, für Sie lohnt.
Kontaktieren Sie Ihren Netzbetreiber
Sie sollten sich auch dann an den Netzbetreiber wenden, wenn Sie den Hauptschutzschalterwert nicht erhöhen oder den Verteilungstarif nicht ändern müssen. Eine leistungsstarke Station kann auch den Betrieb des Verteilungsnetzes selbst beeinflussen – der Netzbetreiber muss die Rückwirkungen beurteilen. Stellen Sie daher einen Antrag auf Daueranschluss aus der NS-Ebene D2 und warten Sie auf die Beurteilung. Die Meldepflicht besteht ab einer Stationsleistung von 3,7 kW und gilt somit auch für kleinere Wallboxen.
Benötigen Sie Beratung zur Montage einer Heim-Ladestation und den damit verbundenen Anforderungen? Kontaktieren Sie uns. Wir beantworten gerne Ihre Fragen und vermitteln Ihnen bei Interesse den Kontakt zu Elektroinstallationsfirmen, die sowohl die Vorbereitung als auch die Montage selbst übernehmen.
Autor
Filip Zapletal



