Die Elektrifizierung von Fuhrparks der Zustelldienste ist im Ausland eine gängige Praxis, insbesondere bei Lieferwagen für die Last-Mile-Zustellung. Auch bei uns wird sie zunehmend ein fester Bestandteil der Strategien von Unternehmen, die ihren CO2-Fußabdruck verringern und auf die sich ändernden Marktbedingungen reagieren wollen. Dies bestätigt auch das Unternehmen PPL, für das MyBox ein umfassendes Projekt zum Bau und zur Verwaltung der Ladeinfrastruktur realisiert hat.
Kundenprofil
PPL ist ein bedeutender Anbieter von Paketlogistik. Es ist Teil der globalen DHL Group, die es in der Vergangenheit übernommen hat, um die Last-Mile-Lieferkapazität in den Regionen zu stärken. Während PPL die nationale Infrastruktur abdeckt, operiert DHL auf globaler Ebene, setzt die Strategie fest und definiert technologische Standards.
Die Elektrifizierung der Flotte gehört zu den Hauptverpflichtungen von DHL im Bereich der Nachhaltigkeit. Bis 2030 möchte die Gruppe 70 % ihrer Lieferflotte elektrifizieren. Im Rahmen dessen hat sich auch PPL verpflichtet, eine entsprechende Infrastruktur für Elektroautos und elektrische Lieferwagen, die in der Tschechischen Republik betrieben werden, zu errichten.
Ausgangssituation und Motivation
Der Übergang zur Elektromobilität wurde bei PPL von Anfang an als notwendiger Schritt angesehen. Über den Betrieb ohne eigene Ladeinfrastruktur wurde gar nicht erst nachgedacht. Angesichts der Größe des Fuhrparks wäre ein solcher Ansatz nicht umsetzbar gewesen.
Die Notwendigkeit, Dutzende von Fahrzeugen parallel, zuverlässig und innerhalb genau definierter Zeitfenster aufzuladen, führte eindeutig zu der Entscheidung, in ein eigenes Netzwerk von Ladestationen zu investieren. Dies sind Bedürfnisse, die für Unternehmen im Bereich der Paketlogistik von zentraler Bedeutung sind.
Das Unternehmen hatte das Ziel, die ESG-Verpflichtungen der DHL-Gruppe zu erfüllen, wollte aber vor allem ein betriebsfähiges Lademodell für den Hochlastbetrieb schaffen. Bei der Konzeption war daher auch die Skalierbarkeit wichtig, um eine einfache zukünftige Erweiterung zu ermöglichen.
Aufgabenstellung und Umfang des Projekts
Das Projekt umfasste die Installation von Ladeinfrastruktur an 22 Logistikdepots in der gesamten Tschechischen Republik. In 10 davon wurde auch ein System für dynamisches Lastmanagement (DLM) eingesetzt. Insgesamt wurden 325 Ladepunkte installiert.
Ziel des Projekts und Teil des Auftrags war:
ein stabiles und effizientes Ladesystem für Dutzende von Elektrofahrzeugen zu schaffen,
angepasste Lösungen für verschiedene technische Bedingungen an verschiedenen Standorten,
ermöglichen zukünftige Erhöhungen der Leistung und der Anzahl der Stationen,
einen zuverlässigen Service und Support in jeder Phase des Projekts sicherstellen.
Vorbereitung und Projektphase
Die Zusammenarbeit begann mit einer detaillierten Machbarkeitsstudie und dem Entwurf der Projektunterlagen. Der Kunde schätzte insbesondere den professionellen Ansatz und die schnelle Kommunikation des MyBox-Teams. Dank unserer Erfahrung mit ähnlichen Projekten konnten wir einen effizienten Entwurf vorlegen, der die unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen Depots berücksichtigt.
Nicht nur die eigentliche Infrastruktur wurde vorbereitet, sondern auch die prozessuale Planung der Installationen, sodass diese mit dem Einsatz der Fahrzeuge übereinstimmten. Eine korrekte Zeitplanung war wichtig, damit die Installation der Ladestationen und die Inbetriebnahme der Elektrolieferwagen koordiniert erfolgen konnten.
Bau und technische Lösung
Die Umsetzung erfolgte so, dass die Auswirkungen auf den Betrieb der einzelnen Depots minimal waren. In einigen Fällen beinhaltete sie auch umfassendes Engineering, einschließlich der Installation neuer Anschlüsse von der Umspannstation, Erdarbeiten, Kabelverlegung oder baulichen Anpassungen.
In Depots, in denen ein höherer Betrieb von Elektrofahrzeugen (20 oder mehr) geplant war, war der Einsatz eines Systems für dynamisches Lastmanagement (DLM) unerlässlich. Es steuert intelligent die verfügbare Leistung, passt die Ladeleistung an die tatsächliche Netzlast an und eliminiert das Risiko einer Überlastung.
Dynamische Lastverwaltung (DLM)
DLM hat sich im Betrieb als entscheidendes Element bewährt. Bei einer größeren Anzahl von Stationen kann man sich nicht auf eine statische Einstellung verlassen. DLM bewertet kontinuierlich den aktuellen Verbrauch und passt die Leistungsverteilung dynamisch zwischen den einzelnen Ladepunkten an.
Bei einer größeren Anzahl von Ladestationen und Elektrolieferwagen ist für uns das DLM (Demand Load Management) entscheidend. Ohne dieses hätten wir keinen Überblick über die Netzkapazität und es bestünde die Gefahr einer Netzüberlastung.
Dank DLM konnte ein stabiler Betrieb ohne unnötige Investitionen in die Verstärkung der Leistungsaufnahme aufrechterhalten werden.
Bedeutung von Koordination und Timing
Wie wir erwähnt haben, war ein spezifisches Merkmal des Projekts die Tatsache, dass PPL keine Elektrolieferwagen direkt kauft, sondern seine Transportunternehmen dazu motiviert, diese zu nutzen. Dies erfordert eine perfekt abgestimmte Planung zwischen Installation und Betrieb.
Die Implementierung von Ladestationen und der Einsatz von Elektrolieferwagen müssen koordiniert erfolgen. Es darf keinen deutlichen Überschuss von weder dem einen noch dem anderen geben.
Diese Erfahrung unterstreicht nur die Bedeutung der Auswahl eines Partners, der das Projekt nicht nur technisch, sondern auch logistisch und prozessual bewältigen kann.
Service und Fernüberwachung
Angesichts der Anzahl der Stationen war die Möglichkeit eines Fernwartungszugangs für PPL absolut entscheidend. Dies ermöglicht flexible Eingriffe ohne die Notwendigkeit einer physischen Anwesenheit und verkürzt somit erheblich die Reaktionszeit. PPL fügt hinzu, dass ohne den Fernzugriff der Betrieb der Ladestationen überhaupt nicht möglich wäre.
MyBox bietet zudem SLA-Servicedienstleistungen an, die von den Kunden als sehr hochwertig und zuverlässig bewertet werden.
Vorteile und Zukunft der Elektrifizierung
Aus Sicht von PPL ist das Projekt eine grundlegende Säule zur Umsetzung der ESG-Strategie der DHL Group. Es ermöglichte den Einsatz einer Flotte von elektrischen Nutzfahrzeugen, sowohl im städtischen als auch im überstädtischen Verkehr.
Das Unternehmen erwartet natürlich Einsparungen bei den Betriebskosten. Den größten Vorteil sieht es jedoch in der strategischen Ausrichtung des gesamten Unternehmens hin zu einer nachhaltigen Mobilität.
PPL plant, das bisherige Tempo beizubehalten. Sowohl die Infrastruktur als auch die Fahrzeuge werden schrittweise erweitert, und die Elektrifizierung wird zu einem alltäglichen Bestandteil der Logistik werden.
Der Weg zu nachhaltiger Mobilität
Das Projekt der Ladeinfrastruktur für PPL zeigt, wie eine Elektromobilitätsstrategie in eine funktionierende Lösung für den täglichen Betrieb umgesetzt werden kann. Dank der Erfahrung des gesamten MyBox-Teams konnte ein weiteres umfangreiches Projekt erfolgreich realisiert werden. Ein Projekt, das besonders hohe Anforderungen an die technische Qualität, Skalierbarkeit, Leistungssteuerung und logistische Koordination stellte.
Suchen auch Sie einen Partner für ein ähnliches Projekt?Kontaktieren Sie uns. Wir werden eine Lösung vorschlagen, die mit Ihren Bedürfnissen wächst und die Elektromobilität auch in Ihrem Betrieb zu einem Vorteil macht.
Autor
Filip Zapletal



